3. bis 9. Oktober 2026

09:07; 179 km; 19.6 km/h; 4'550 m
Mein Zug traf kurz vor 9 Uhr pünktlich in Tiefencastel an. Das Wetter war gut und trotz Samstag hielt sich der motorisierte Individualverkehr in Grenzen. Es ging über den Albula, weiter zum Bernina und via Forcola di Livigno nach Livigno, wo ich einen Brunnen fand. Via Eira und Passo del Foscagno ging es nach Bormio, wo ich ein Stück Nusstorte bekam. Ich war früh genug daran, um noch den Gavia anzuhängen. In der Abfahrt nach Ponte di Legno gab es eine Neuerung. Beim längeren Tunnel (ich hatte die Lampe schon montiert) hat es nun eine Umfahrung für die Velos, sieht recht spektakulär aus. Im unteren Teil übersah ich ein Schlagloch und holte mir einen Schlangenbiss. Trotz etwas kalten Fingern ging der Schlauchwechsel einigermassen zügig. Ich übernachtete dann zwischen Ponte di Legno und Edolo in Vezza d'Oglio.
09:01; 201 km; 22.3 km/h; 2'160 m
In meinem Dorf gab es eine Pasticceria, die auch am Sonntag schon früh offen hatte, allerdings war das mehr eine Bäckerei mit Supermarkt aber ohne Kaffee. Ich nahm schon einmal ein Brioche und machte dann unterhalb von Edolo nochmals einen Stopp, wo ich auch Heissgetränke bekam. Von Breno auf den Croce Domini waren es dann knapp 2000 Höhenmeter. Auf dem Croce Domini bog ich nach Süden auf die Piste nach Brescia ab. Die Strasse ist normal ausgeschildert und hatte am Sonntag recht viel Motorräder und Autos. Ich schluckte etwas Staub. Der Belag ist definitiv OK für Gravel-Bereifung, mit meinen 32mm Strassenreifen ging es auch. Landschaftlich fand ich die Strecke schön. Definitiv nichts für an einem Wochenende im Sommer. Die ehemalige Radarstation ist nicht zugänglich, scheint in Privatbesitz zu sein. Dann ging es nach Brescia. Meine anvisierte sizilianische Pasticceria hatte geschlossen, alternativ gab es ein Gelato. Ich nahm dann die ausgeschilderte Veloroute nach Cremona. Das gab nochmals etwas Gravel und Single Trail. Ganz nett, vom Belag her weitgehend OK. Als Herausforderung gab es noch ein paar umgestürzte Bäume zu überklettern. Gegen 18 Uhr kam ich in Cremona an, wo ich ein Apartment bezog.
08:38; 179 km; 20.8 km/h; 3'030 m
Zuerst ging es über den Po, anschliessend recht lange auf einem asphaltierten Weg auf einem Damm dem Po entlang. Dann ging es noch etwas weiter durch die Ebene bis Fidenza, wo ich in die Hügel kam. Bei der Mittagspause musste ich feststellen, dass mein zweiter Bidon ein Loch hatte und langsam Wasser verlor. Das liess sich mit etwas Verbandstape flicken. Entgegen dem Wetterbericht war der Tag sehr sonnig, die Temperaturen stiegen bis auf über 25°C. Es ging um Parma und Reggio nell'Emilia herum auf und ab, bis ich gegen Abend ein Agriturismo erreichte, wo ich als einziger Gast auch ein Abendessen bekam.
10:19; 198 km; 19.2 km/h; 2'380 m
Der Tag startete mit einem klassischen Kuchenbuffet in meinem Agriturismo. Dann ging es hinab Richtung Sassuolo, dann bewegte ich mich im morgendlichen Verkehr am Fuss der Hügel entlang. Dann verabschiedete ich mich wieder in die Hügel um Bologna zu umfahren. Die Landschaft war eher karg und durch Gipsabbrüche geprägt. Ich fand eine nette Panificio/Pasticceria für meine Mittagspause. Gegen Osten wurden die Anstiege etwas steiler und die Qualität der Strassen nicht besser. In Imola ging ich dann wieder in die Ebene. Bei einem grösseren Veloladen versuchte ich erfolglos einen passenden Schlauch für meine 27.5''/32mm Reifen aufzutreiben. Mit etwas Gegenwind ging es dann durch die Kiwiplantagen. In Forlì, meinem Tagesziel, kaufte ich dann noch einen 26'' Schlauch. Besser als nichts.
08:31; 158 km; 18.5 km/h; 3'660m
Zuerst hatte es noch etwas Verkehr, als ich dann in die Hügel kam, wurde es schnell einsam. Es gab erstaunlicherweise mehr Rennvelos als Autos. Irgendwo sah ich ein Schild «Nove Colli». Die Strassen wanden sich wunderschön durch die Landschaft. Vor der Altstadt von San Marino machte ich eine Mittagspause, gute Idee, die Altstadt war mit Touristen gefüllt. Dann ging es wieder in die Einsamkeit, erstaunlich lange mit Blick auf San Marino. Mein Tagesziel war Urbino, wo ich so früh ankam, dass es vor dem Abendessen noch für einen Apéro reichte.
08:28; 175 km; 20.7 km/h; 2'820 m
Es war etwas feucht, als ich Urbino verliess. In einer unübersichtlichen Kreuzung hatte ich eine unsanfte Begegnung mit der Seitenwand eines Lieferwagens. Ausser einem verdrehten Lenker schien nicht viel passiert zu sein. Ich konnte meine Fahrt Richtung Küste fortsetzen. In Jesi gab es eine Mittagspause, mangels Panificio eher auf der süssen Seite in einer Pasticceria. Danach kamen noch ein paar schöne Strade Biance, die wegen des vorangegangenen Regens nicht staubten, nur spritzten. Ich erreichte die Küste und war bald darauf in meiner Unterkunft.
02:34; 57.6 km; 22.5 km/h; 60 m
Die erste Herausforderung war der Zaun um mein Apartment, ich hatte vor dem Schliessen der Haustüre vergessen, das Tor zu öffnen. Der Ausbruch gelang. Wetterbedingt musste ich an der Küste bleiben, allzu weit nach Süden wollte ich nicht, um die Option L'Aquila offen zu halten. Es gab erstaunlich viel schönen Veloweg der Küste entlang. Kurz vor dem Ziel hatte ich noch einen Platten. Mit dem etwas eng anliegenden Kenda 26'' Schlauch gab ich nach etwa 45 min auf, den Mantel über die 27.5'' Felge zu bringen. Mit dem letzten Schwalbe SV12 ging es dann einfach. Am frühen Nachmittag kam ich in Giulianova an. Multifaktoriell entschied ich mich, die Tour hier enden zu lassen. Immerhin gab es einen direkten Zug nach Milano.